Baumwollpflanze voll ausgereift
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Baumwolle, die Samenhaare von Arten der Baumwollpflanze; bedeutender
Textilrohstoff. Bei der Reife (etwa 25-30 Tage nach der Bestäubung)
platzen die nahezu walnußgroßen Kapselfrüchte auf, die
weiße oder gelbl. bis bräunl. Samenwolle quillt heraus und
bildet etwa faustgroße Bäusche. Neben den bis 5 cm langen,
verspinnbaren Fasern (Langfasern, Lint) tragen die 5-10 dunkelbraunen,
kaffeebohnengroßen Samen oft noch eine wenige mm lange, kurzfaserige,
dicht anliegende Grundwolle (Filz, Virgofasern, Linters), die zu Zellstoff,
Watte und Papier verarbeitet wird. Die Samen werden zu Öl verarbeitet.
Zusammensetzung der B.: 84-91 % Zellulose, Rest Wasser, Hemizellulosen,
Pektine, Eiweiß, Wachs.
Baumwollanbau
Baumwolle benötigt ein
warmes trockenes Klima ohne Frost. Sie wird je nach
Region im Frühling bis Sommer in dichten Reihen
angepflanzt. Bei einer Pflanzhöhe von ca. 10 cm
muss manuell oder maschinell ausgedünnt werden. Je
nach Region werden Baumwollpflanzungen bewässert.
Die Pflanze gedeiht in ca. 130 Tagen zu einem
Baumwollbausch. Da die Baumwolle heute meist in
Monokulturen gezüchtet wird, ist sie besonders
anfällig gegen Krankheiten aller Art. Mit
chemischen Mitteln, die via Kleinflugzeuge versprayt
werden, wird dagegen angegangen. Um ein
gleichmässiges Wachstum zu erzwingen, wird nach dem
Verblühen ein Entlaubungsmittel gespritzt. So wird
eine maschinelle Ernte möglich. Das selektive
Ernten der Baumwollbäusche ist mit der Maschine nicht möglich.
Länder
1991: 60,1 Mio. t; Haupternteländer (1991, in Mio. t):
- VR China 17,0;
- USA 10,0;
- UdSSR 8,0;
- Pakistan 6,3;
- Indien 5,1;
- Brasilien 1,9;
- Türkei 1,5
Baumwollsorten (5 Hauptsorten)
- "Sea-island"-Baumwolle
(Gossypium barbadense) 3.8 - 5.8 cm
- Ägyptische Baumwolle (Unterart der
"Sea-island"-Baumwolle) 3.1 - 4.5 cm
- "Upland short
staple"-Baumwolle (Gossypium hirsutum) 1.6 - 2.5 cm
(Etwa die Hälfte der Welternte und ein grosser Teil der amerikanischen
Ernte besteht aus dieser Sorte)
- Peruanische Baumwolle (Gossypium
peruvianum)
- Brasilianische Baumwolle (Gossypium braziliense) 2.5 - 3.2 cm
vgl. auch www.comptons.com
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Baumwollpflückerinnen, Usbekistan
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Das Ernten geschieht heute meistens mit Pflückmaschinen, die in
einer Art Spinnverfahren die Baumwolle aus der Pflanzenkapsel zieht und
sie in die große Ladefläche wirft. In drei Stunden Arbeit auf
dem Feld wird so ein Ballen Baumwolle in den USA geerntet, dessen Standardgewicht
sich auf etwa 217 kg beläuft. Früher, als Baumwolle noch per
Hand gepflückt wurde, mußten für einen Ballen ca. 175
Stunden gerechnet werden. 1999 lieferten die US-amerikanischen Farmer
15 - 20 % der weltweiten Baumwollproduktion, gepflanzt auf über 13
Mio. acres (1 acre = 4.047 qm). Das ergibt an die 16,5 Mio. Ballen. Vor
50 Jahren benötigte man für die gleiche Menge die doppelte Anbaufläche.
Manuelle Ernte
Heute wird nur noch ein Bruchteil der Welternte (< 5 %)
von Hand geerntet. Es handelt sich qualitativ um sehr hochstehende Baumwolle,
die entsprechend teuer ist.
Maschinelle Ernte
Bei der maschinellen Ernte wird
die Baumwolle entweder maschinell abgepflückt, d.h.
der Baumwollbausch wird direkt vom Pflanzenstengel
abgetrennt oder die Maschine schneidet die Baumwolle
samt Grünzeug vom Stengel.
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Baumwollerntemaschine USA
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Baumwollverarbeitung
Nach der Ernte werden die Ballen zu
einer grösseren Spinnpartie zusammengetragen um eine
bessere Mischung des Fasergutes zu erhalten. Der Ballenbrecher
löst die Ballen erstmals auf, die danach
im Öffner noch weiter gelockert und gereinigt
werden. In der Schlagmaschine wird die Baumwolle
nochmals weiter aufgelöst und gereinigt und
pneumatisch zur Karde weiterbefördert oder zu
einem Wickel weiterverarbeitet. In der Karde wird die
Baumwolle zum Abschluss weiter aufgelöst, gereinigt,
parallelisiert und zu einem "Band"
weiterverarbeitet. Nach dem Strecken und Kämmen ist
die Baumwolle bereit für die Spinnerei.
Spinnen
Es werden heute zwei Spinnverfahren angewendet:
- das "Open End"-Spinnverfahren
- das "Ring Spun"-Verfahren
OPEN END SPINNVERFAHREN (OF)
Das Open End Verfahren wurde Ende der 60er Jahre entwickelt und entspricht
der heutigen Standardqualität. Dabei werden das Kett- und/oder Schußgarn
im Open End Spinnverfahren hergestellt (Rotor). Hier entfällt der
Vorgang des Vorspinnens. Außerdem ist die Produktion pro Spinnstelle
bis zu 7-fach höher als auf der Ringspinnmaschine. Somit arbeitet
diese schneller und kostengünstiger. Die Denim-Qualitäten erhalten
ein vergleichsweise einheitlicheres Gewebebild.
Auf Rotorspinnen wird das zugeführte Karden- oder Streckenband bis
zur Einzelfaser aufgelöst und gereinigt. Im Rotor wird durch die
Zentrifugalkraft ein Faserring bestimmter Stärke gebildet. Das offene
Ende des fertigen Fadens spinnt sich an den Faserring an und zieht ihn
heraus. Man nennt das Rotorspinnverfahren aus diesem Grunde auch Open-End
oder OE-Verfahren.
RING SPUN VERFAHREN
Ring Denim ist der ehemalige Standard-Denim, der aus o.g. Gründen
vom heutigen OE- Verfahren abgelöst wurde. Im Zuge der Retro Denim-Welle
wurde er wiederentdeckt und taucht heute in vielen Sortimenten als modisches
Highlight auf. Charakterstisch ist die unregelmäßige Oberfläche
des Gewebes. Der spezielle Effekt entsteht durch die Garnart, Kett- oder
Schußmaterial sind aus Ringgarn.
Den Namen erhielt dieses Herstellungsverfahren, weil zum Spinnen ein
"Ring" verwendet wird. Die Methode ist arbeitsintensiver als das OE-Verfahren,
und aufgrund der Verarbeitung einer längeren Faser hat das Garn
natürliche Dünn- und Dickstellen. Gerade diese "Unebenheit"
ist wieder gefragt, weil sie charakterstisch für traditionelle Denim-Gewebe
ist. Ein Effekt, der durch das Stone washed-Verfahren verstärkt wird.
Ist der Faden gesponnen,
so kann er weiter behandelt oder gefärbt werden (vgl. Farbe).
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